In meinem vorigen Blogeintrag habe ich mich mit den verschiedenen Arten des Wissens befaßt und den Kontext und Weg zur Befreiung erörtert. Gestern früh, auf dem Weg, kamen mir noch folgende Gedanken:
Ich sprach darin von der „Matrix“ der Illusionswelt.
Tatsächlich hatte ich zuvor gerade erst wieder einem Schüler erklärt, daß das Lernen leichter wird, wenn man einmal ein „Gerüst“ an Wissen, ein gewisses „System“ hat. Dann kann neu erworbenes Wissen leichter darin eingeordnet werden bzw. sich einordnen. So wächst das System, so können Verbindungen (Assoziationen, Konnotationen; „Synapsen“) wachsen. Wir erkennen dann Regeln, können sie finden oder aufstellen. Diese formen dann wiederum das System oder – aber letztlich ist das dann ja auch wieder „formen“ – können zumindest darauf Einfluß haben.
So wird selbst ein einzelnes „Bißchen“ an Wissen potentiell zu einem Attraktorfeld, dem sich anderes Wissen zugesellt. Je mächtiger, je umfangreicher und je kohärenter ein solches System dann wird, desto fixierter wird unter Umständen das, was die Mehrzahl der Menschen als Wirklichkeit sieht.
Auf der einen Seite „fängt“ einen das dann, wenn man nicht sehr achtgibt, hält einen gefangen – oder, besser gesagt, man fängt sich selbst, verfängt sich im Netz des selbst eingelassenen oder aktiv erworbenen Wissens. Das macht die Befreiung, um die es im vorigen Artikel ging, nicht leichter…
Innerhalb der gemeinsamen „Illusionsrealität“ (der Maya) verleiht es uns eine gewisse Macht. Wenn wir das System verstehen, wenn wir seine Regeln verstehen, können wir etwas innerhalb der Maya bewirken – so relativ dies auch dann sein mag. Mehr noch, wir können das System auch aktiv gestalten und verändern. Denn so wie sich Wissen zu Wissen gesellt, so wie wir es haben sich gesellen lassen, und so, wie wir die Regeln zu finden gemeint und die meisten Menschen sie jedenfalls akzeptiert haben, so können wir das doch ändern. Das System war immer dynamisch. Wenn auch „Synapsen“, das Netz aus Verbindungen, aus Assoziationen und Konnotationen auf gedanklicher (und emotionaler) Ebene, das sich dann in noch materiellerer Form manifestieren kann, dem System eine gewisse „Stabilität“ verleiht und damit scheinbar nicht so leicht der Veränderung zugänglich ist, können wir doch – sei es Schritt um Schritt oder „mit einem kühnen Schlag“, wie ich einst in einem Gedicht schrieb – diese auch wieder lösen. Wenn wir das verstehen – wenn wir verstehen, daß Regeln relativ sind, das letztlich wir die Regeln setzen, dann verstehen wir auch, daß wir das System komplett umgestalten oder auflösen können.
Diese Erkenntnis können wir dann auf zweierlei (oder dreierlei) Weise nutzen: Wir können sie einsetzen zur Veränderung des Systems (Wandel, Reform, beginnend mit Glaubenssätzen im „Inneren“), zur Entwicklung eines neuen Systems, wenn wir jenes bisherige für uns auflösen und/oder beiseite oder gleichsam hinter uns lassen, und in beiden Fällen können wir hier dann den Bezug zum sogenannten „Law of Attraction“ sehen [vgl. ja schon oben zu den Attraktorfeldern].
[Es ist ungeheuer wichtig, daß Du diese Informationen nur zum Guten einsetzt und niemals die Freiheit am Grunde bzw. jenseits (bzw. beides…) der Formen aus dem Blick verlierst. Hinzu kommt: Wenn Du nicht verstehst, was „Tu, was du willst“ bedeutet (schaue doch einmal in Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“, es ist dort die Inschrift auf der Rückseite AURYNs; schaue so tief Du kannst)1, ist es gleich doppelt riskant, sich Zielen innerhalb der Matrix hinzugeben. Nicht nur, daß man sich in ihr verfangen kann, es kann dann auch eine höchst unangenehme und eventuell auch langwierige Erfahrung werden, wenn man sich seine Ziele nicht wirklich sorgsam und wirklich inspiriert aussucht.]
Oder wir nutzen eben dieses Wissen und kehren zurück zu dem, was ich im vorigen Blogpost beschrieben habe.
Dies schiene mir im Prinzip wohl der weiseste Weg. Und wenn wir dann wirklich frei sind, und wenn WIR dann oder das Universum als unser Wesen oder das Wesen des Universums eben, das WESEN, SEIN, BEWUSSTSEIN, ALL-EINE dann noch Welt gestalten will, dann kann es auch wirken durch unsere bisherige Individual-Form, wenn sie bestehen gelassen wurde, mit all seiner Macht.
Dann wirkt es, je nach Fall oder Sicht, im oder mit dem Gesetz, durch das Gesetz, als das Gesetz oder jenseits des Gesetzes.
(Ob das alles so stimmt, magst Du fragen? Ich sagte eingangs, es seien Gedanken. Werde frei, dann schaue selbst. Ohne es – aber bitte, wie gesagt, nur zum Guten, und idealerweise zur Freiheit – auszuprobieren, bleiben es jedenfalls auch Dir nur Gedanken.)
Anmerkungen
(1) In gewissem Sinne habe ich das auch in meinem Buch „Menschenwürde und Völkerrecht. Mensch, Gerechtigkeit, Frieden“ behandelt, wenn man den Begriff „Authentizität“, wie er dort verwendet wird, richtig verstehet.
Version 1.2 vom 26. September 2026